Zu viel Zeit vor dem Computer

Untersuchungen zufolge steigt die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mehr als zehn Stunden am Tag vor dem Computer verbringen, stetig – und damit auch die Zahl der Abhängigen. Internetsucht ist das neue große Thema in den Praxen der Kinder- und Jugendpsychiater. Noch vor einigen Jahren wurden erste Studien belächelt, die Abhängigkeit vom Internet als Hirngespinst abgestempelt. Mittlerweile wird das Thema ernster genommen.

 

Studien belegen, dass vor allem Unter-20jährige suchtgefährdet sind. Zwar verbringen Männer zwischen 20 und 30 Jahren die meiste Zeit mit elektronischen Medien, doch je jünger der Nutzer, desto größer die Gefahr. Mit steigendem Alter und steigender Schulbildung sinkt das Abhängigkeitsrisiko. Die Internetsucht weist Parallelen zu anderen Süchten, wie der Alkoholsucht, auf. Symptome sind beispielsweise das Verlangen nach der “Droge” Internet, dass die Gedanken immer wieder zu diesem Thema schweifen, dass andere Dinge wegen des Internets in Vergessenheit geraten oder in der Priorität weiter nach unten rücken. Dazu gehören auch soziale Kontakte zu Familien und Freunden.

Wenn Kinder und Jugendliche mehr Zeit mit dem Computer verbringen als mit anderen Dingen, sollten Eltern einschreiten. Gerade in der Pubertät haben viele Jugendliche Probleme mit sich selbst und ihrer Umwelt. Körper und Psyche machen eine Wandlung durch, die für alle Beteiligten oft nicht einfach ist. Für viele Jugendliche wird die Meinung anderer immer wichtiger, einige fühlen sich nicht akzeptiert oder ausgegrenzt. Im Internet, in Foren und Chatrooms, finden sie die gesuchte Akzeptanz. Hier können sie “cool” sein, auch wenn ihr Aussehen nicht den gängigen Schönheitsidealen entspricht. Hier zählen Inhalte – der Rest ist der Fantasie überlassen.

 

Weil die virtuelle Welt so viel angenehmer sein kann, als die Realität, können Kinder nahezu darin versinken. Das kann die Probleme in der realen Welt allerdings noch verstärken. Eine immer offensivere Flucht in die Welt des Internets hindert die Betroffenen daran, die Probleme der Realität anzugehen und Lösungen zu suchen. Wenn Eltern bei ihren Kindern Tendenzen zur Internetsucht sehen, das Kind gar Entzugserscheinungen bei Internetabstinenz bekommt, sollten sie nicht zögern, Kontakt zu Kinderarzt oder Suchtberatungsstellen aufnehmen.

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