Übergewichtige Kinder: Eltern fehlt oft das nötige Wissen über Ernährung

Deutsche Ernährungsexperten schlagen Alarm: Etwa zwei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland sind zu dick. In den vergangenen 15 Jahren haben sich Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit) in einigen Städten sogar verdoppelt bis verdreifacht. Doch nicht nur das – Kinder und Jugendliche verlieren messbar ihre motorischen Fähigkeiten.
Das Problem beginnt bereits zu hause.

 

Eltern sollten sich mehr über gesunde Ernährung und Bewegung informieren, fordern deutsche Ernährungsexperten. Dabei geht es nicht nur um Eltern, die selbst übergewichtig sind, sondern auch um normalgewichtige. Diese gehen oft sogar noch laxer mit ihrer Ernährung um, da sie nicht auf ihr Gewicht achten müssen. Wichtig ist nicht nur, was Eltern ihren Kindern zum Beispiel spielerisch oder in Gesprächen vermitteln, sondern auch, was sie konkret vorleben. Hält Mama Predigten über das ungesunde Naschen, sitzt jedoch selbst abends selbst vor dem Fernseher mit einer Tafel Schokolade in der Hand, verstehen Kinder nicht, warum ausgerechnet sie darauf verzichten sollten. Ob ein Extrem wie zuckerfreie Erziehung die richtige Wahl ist, müssen Eltern genau abwägen. Bei vielen Kindern kann der Zuckerentzug auch ins Gegenteil umschlagen, Süßigkeiten werden dann beispielsweise vom ersten Taschengeld gekauft und gehortet. Pommes und Burger dürfen ruhig auch mal als Ausnahme serviert werden – auf den regelmäßigen Speiseplan von Kindern gehören sie natürlich nicht. Fernhalten können Eltern ihre Kinder von Fast Food und Süßigkeiten nicht ewig. Im Kindergarten, auf Geburtstagen und ähnlichem wird es solche Leckereien immer wieder geben. Dort wird das Kind auch nicht nein sagen, sondern kräftig zuschlagen. Und eventuell bekommt es das Gefühl, dass ihm von den Eltern etwas vorenthalten wird. Das könnte dazu führen, dass Kinder erst recht ihren Fokus auf die Dickmacher legen. Die richtige Mischung macht’s. Wenn von allem etwas dabei ist, Gemüse, Fleisch, Fisch, auf Vollkornprodukte statt Weißmehl zurückgegriffen wird und auch mal ungewöhnliche Nahrungsmittel wie Bulgur verwendet werden, dann ist die Ernährung ausgewogen.

 

Eltern haben eine Auswahl an Medien, die ihnen eine gesunde Ernährung vermitteln können. Ratgeber im Buchformat, das Internet – und sogar das Fernsehen hat den Trend entdeckt und schickt Ernährungsexperten in übergewichtige Familien.
Auch Bewegung muss wie selbstverständlich im Alltag praktiziert werden. Dabei geht es nicht nur um aktiven Sport in Vereinen und Studios, sondern auch und vor allem um die Freizeitgestaltung und Fortbewegung im Alltag. Wer morgens mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt und nachmittags mit den Kindern Federball spielt, vermittelt dem Nachwuchs, dass Bewegung einfach dazu gehört. Wenn Papa gequält abwinkt, sobald der Sohn zum Fußballspiel im Park auffordert, wird eine klare Haltung zur Bewegung weitergegeben: Sport ist anstrengend und wird vermieden, wo es nur geht. Selbstverständlich spielt auch die Umgebung eine Rolle für die Bewegung. Eltern, die in der Stadt wohnen, können ihre Kinder nicht unbesorgt zum Spielen in den Garten oder auf die Straße schicken, viele Mietshäuser haben nicht einmal mehr Hinterhöfe, für das Fahrradfahren im Straßenverkehr ist das Kind nach neuen Erkenntnissen erst im Schulalter bereit. Da müssen andere Alternativen gefunden werden, zum Beispiel Sportvereine. Diese bieten oft schon Bewegungsprogramme für Kinder ab drei Jahren an und erheben im Verhältnis zu Ballettschulen und anderen privaten Einrichtungen vergleichbar günstige Monatsbeiträge.

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