Tee richtig zubereiten: Wann die Wassertemperatur stimmt
Immer noch existiert das weit verbreitete Gerücht, dass Tee am besten mit kochendem Wasser aufgegossen werden sollte. Dabei bewirkt gerade das sprudelnd kochende Wasser, dass viele wertvolle Geschmacksstoffe des Heißgetränks sich verflüchtigen, und der Geschmack schließlich weitaus weniger aromatisch ist. Zwischen Schwarztees und anderen Teesorten gibt es allerdings Unterschiede, was die Zubereitung betrifft.
Schwarztee ist im Allgemeinen nur wenig hitzeempfindlich. Dieser Teesorte macht es deshalb auch nichts aus, wenn sie mit 90 bis 95° C heißem Wasser aufgegossen wird. Anders verhält es sich beispielsweise bei Pu Errh-Tee: Hier liegt die ideale Aufguss-Temperatur zwischen 70 und 80° C.
Grüntee ist unterdessen besonders empfindlich: während die chinesischen Sorten mit 70 bis 80° C heißem Wasser aufgegossen werden sollten, reichen bei den japanischen Sorten Wassertemperaturen von um die 60° C völlig aus. Sogar mit kaltem Wasser könne solch sensible Mischungen aufgegossen werden – und der Tee schmeckt auch dann immer noch hervorragend und sehr aromatisch. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass es sich um eine hochwertige Sorte handelt.
Es ist natürlich schwierig, die Wassertemperatur einzuschätzen – vor allem, weil wohl nur die wenigsten ein spezielles Thermometer bei der Zubereitung des Heißgetränks zur Hand haben. Es gibt allerdings Faustregeln, nach denen man sich richten kann: So lässt man das Wasser zunächst einmal kochen, und wartet etwa eine Minute ab – dann liegt die Temperatur bei ungefähr 80° C. Weitere 3 Minuten später kann man davon ausgehen, dass die Temperatur noch einmal um 10° C gesunken ist. Ungefähr 5 Minuten nach dem Kochen besitzt das Wasser eine Temperatur von ca. 60° C. Diese Faustregeln lassen sich bei einer Menge von etwa ein bis eineinhalb Liter Wasser anwenden. Bei der Tee Zubereitung im Samowar bleiben höhere Temperaturen deutlich länger erhalten.
