Sich von der Umsatzsteuer befreien lassen

Die steuerliche Situation ist bei Selbständigen eigentlich durchweg unterschiedlich zu der steuerlichen Situation bei Arbeitnehmern, denn Selbständige zahlen Einkommensteuer, gegebenenfalls Gewerbesteuer und Umsatzsteuer. Allerdings haben Unternehmer unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, sich von der Umsatzsteuer befreien zu lassen. Ganz korrekt ausgesprochen, sind Unternehmer von der Umsatzsteuer automatisch befreit, wenn diverse Bedingungen erfüllt sind.

Ist ein Unternehmer von der Umsatzsteuerpflicht befreit, fällt er unter die so genannte Kleinunternehmerregelung, die im deutschen Steuerrecht genau definiert ist. Sie besagt, dass diejenigen Unternehmen keine Umsatzsteuer abführen müssen, deren Umsatz unter 17.500 Euro bzw. unter 50.000 Euro im Folgejahr liegt. Die Rechnungen stellt der Unternehmer dann ohne ausgewiesene Mehrwertsteuer aus.

Wer von der Umsatzsteuer befreit ist, macht entsprechend auch keine Umsatzsteuer-Voranmeldung, die ansonsten für alle Unternehmer, deren Einkünfte umsatzsteuerpflichtig sind, was bedeutet, dass zum Beispiel Unternehmen, die ausschließlich Umsätze über das Ausland erzielen, außen vor sind, obligatorisch ist. Die weit verbreitete Meinung ist, dass der Unternehmer, der sich von der Umsatzsteuer befreien lässt, auch weniger Steuern zu bezahlen hat und entsprechend spart. Dies ist jedoch ein Irrglaube: die Umsatzsteuer wird vom Endverbraucher gezahlt, und nicht vom Unternehmen selbst, er leitet die bereits gezahlte Umsatzsteuer an das Finanzamt weiter und kann seine abzugsfähigen Kosten damit am Ende des Steuerjahres verrechnen.

Es ist also nicht immer sinnvoll, sich tatsächlich von der Umsatzsteuer befreien zu lassen. Wer zwar unter die Kleinunternehmerregelung fällt, aber trotzdem Umsatzsteuer abführen möchte, kann dies formlos bzw. bei Existenzgründung im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung gegenüber dem Finanzamt erklären. Wer sich unsicher ist, ob er sich nun von der Umsatzsteuer befreien lassen möchte, oder nicht, sollte sich hinsichtlich dieser Fragestellung nach steuerlicher Beratung umsehen.

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