Pause vom Alltag. Eine Mutter-Kind-Kur hilft, wenn der Stress überhand nimmt.

Der Alltag mit Kindern verlangt viel von Eltern ab. Morgens den Familienbetrieb zum Laufen bringen, die Kinder schnell in den verschiedenen Betreuungseinrichtungen abliefern, selbst zur Arbeit fahren, danach die Kinder wieder abholen, einkaufen, Wäsche waschen, Elternabend … Dabei ist selten etwas planbar, vielmehr ist der Alltag von Spontanlösungen für unvorhergesehene Problem geprägt. Mama und Papa selbst bleiben oft auf der Strecke. Die Folge sind Überforderung, mentale Unausgewogenheit und Anfälligkeit für Krankheiten. Dagegen kann eine Mutter-Kind-Kur helfen. Der Name führt oft in die Irre, denn die Kur kann auch von Vätern in Anspruch genommen werden und auch ohne Kind angetreten werden. Die Kosten hierfür trägt die Krankenkasse.

 

Wer bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, muss einen Selbstkostenbeitrag von 10 Euro pro Tag leisten. In der Regel dauert eine Mutter-Kind-Kur drei Wochen. Wer ein schulpflichtiges Kind hat und an die Schulferien gebunden ist, sollte sich bei seiner Krankenkasse nach den Antragszeiten erkundigen. Einige Krankenkassen fordern einen Kurantritt innerhalb von drei Monaten nach Antragsbewilligung, andere lassen ihren Versicherten sechs Monate Zeit. Die Sommerferien sind die beliebteste Zeit für Mutter-Kind-Kuren, insbesondere in Einrichtungen mit Seeklima. Deshalb sollten Eltern einen Antrag für die Kur frühzeitig einreichen. Dies kann bei der Krankenkasse, bei den Einrichtungen direkt oder auch über Genesungswerke erfolgen. Die Krankenkassen prüfen jeden Antrag sehr genau. Denn eine Kur ist kein günstiger Urlaub, auch wenn einige Eltern darauf spekulieren. Ganz im Gegenteil: Wer eine Mutter-Kind-Kur antritt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die eigene Mitarbeit gefordert ist. Die Kur soll Krankheiten, die durch die Belastung des Alltags enstehen könnten, vorbeugen oder im Keim ersticken. Dies gilt nicht nur für Krankheiten von Müttern und Vätern, sondern auch für die der Kinder.

 

Alleinerziehende oder Eltern, die sich um ein behindertes Kind oder andere pflegebedürftige Familienmitglieder kümmern, haben einen objektiv größeren Kurbedarf, als Eltern, die beispielsweise gemeinsam ein Kind erziehen und – zumindest nach außen hin – keine größeren Probleme zu bewältigen haben. Letztlich können Krankenkassen nur das beurteilen, was sie durch die Antragsbögen vermittelt bekommen. Je präziser die eigenen Angaben und die des Haus- oder Kinderarztes sind, desto besser ist das Bild, das sich die Fachabteilung vom Belastungsgrad des Antragstellers machen kann. Objektiv betrachtet hat eine Mutter von fünf Kindern mehr Stress, als eine Mutter mit einem Kind. Aber vielleicht steckt letztere durch besondere Lebensumstände, beruflichen Druck oder eine zerrüttete Beziehung unter einer viel größeren Belastung, als die fünffache Mutter. Dies sollte sie in ihrem Antrag zum Ausdruck bringen. Die Mutter-Kind-Kur bietet therapeutische Gespräche, Physiotherapie und zeigt Stressbewältigungsstrategien auf. Akute Krankheiten können nicht behandelt werden. In der Regel beraten die Krankenkassen sehr umfassend zu diesem Thema. Auch der Hausarzt oder Genesungswerke können Eltern bei den Anträgen unterstützen. Die Mutter-Kind-Kur kann in einem zeitlichen Abstand von vier Jahren beantragt werden. Wird ein Antrag abgelehnt, kann innerhalb von vier Wochen Einspruch dagegen eingelegt werden. Dieser muss nicht medizinisch begründet werden. Doch je präziser die Angaben, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass dem Einspruch statt gegeben wird.

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