Entwicklungen bei Tages- und Festgeldern

Tages- und Festgelder erleben aufgrund der Finanzmarktkrise einen noch nie dagewesenen Boom. So legten deutsche Sparer seit September 2008 alleine bei den inländischen Sparkassen über eine Milliarde neuen Geldes an. Aber auch die deutschen Autobanken erfreuen sich steigender Kundenzahlen. So beschert das seit kurzem mit 5,00 Prozent für die ersten sechs Monate verzinste Volkswagen Bank Tagesgeld dem Institut einen wahren Ansturm der Anleger, die ihr Geld sicher und dennoch hoch verzinst angelegt wissen wollen.

Doch nicht nur die Finanzmarktkrise treibt die Sparer in Scharen zu den Banken. Auch die Abgeltungssteuer trägt ihren Teil dazu bei, dass Festzinsanlagen einen wahren Boom erleben. Während bei Tagesgeldkonten mindestens noch eine Zinsgutschrift ins Jahr 2008 fällt und dort mit dem persönlichen Grenzsteuersatz samt Solidaritätszuschlag versteuert werden muss, kann man mit Festgeld die Zinsausschüttung bequem ins Jahr 2009 verschieben, wo die Erträge nur noch mit der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag versteuert werden müssen. Vor allem Anleger mit Spitzensteuersätzen von 42 oder gar 45 Prozent profitieren von dieser Neuregelung, reduziert sich ihre Steuerlast auf die erzielten Zinsen so doch fast um die Hälfte.

Interessant ist ebenfalls zu sehen, dass die EZB-Leitzinssenkung von 4,25 auf 3,25 Prozent vor wenigen Wochen bislang noch zu keiner Senkung der Zinsen einzelner Tagesgeldangebote geführt hat. Die Banken sind durch den immer noch nicht wie gewohnt fließenden Liquiditätsstrom im Interbankenmarkt auf frisches Geld der Anleger angewiesen, können sie sich doch auf diesem Wege günstiger refinanzieren, als wenn sie sich das Geld von anderen Banken leihen.

Für den Sparer ist die derzeitige Situation erfreulich, kann er doch Zinsen einstreichen, wie es sie zuletzt vor etlichen Jahren auf derartige Zinsanlagen gab, und profitiert gleichzeitig von der hohen Sicherheit, welche besagte Sparformen bieten. Allerdings sollte bevorzugt auf Angebote inländischer Banken zurückgegriffen werden, da ausländische Konten meist nicht so umfassend abgesichert sind, wie das Beispiel Islands aktuell zeigt.

1 Stern (sehr schlecht)2 Sterne (schlecht)3 Sterne (befriedigend)4 Sterne (gut)5 Sterne (sehr gut) (noch nicht bewertet)
laden ... laden ...



Weitere beliebte oder ähnliche Beiträge:

Dein Kommentar »