Absinth – Die grüne Fee ist wieder da

Der Absinth galt als das Kultgetränk des ausgehenden 19. Jahrhunderts und des frühen 20. Jahrhunderts schlechthin, bevor er aufgrund des Alkoholismus in der gesamten Bevölkerung verboten wurde. Zu seiner Verteidigung sei hier gesagt, dass er nicht das einzige alkoholische Getränk war, dass in Massen konsumiert wurde, besonders da Wein nicht als Alkohol galt und er als der alleinige Sündenbock hingestellt wurde.

Der weitverbreitete Alkoholismus wurde als Absinthismus bezeichnet und dem Absinth wurden neben mehreren Krankheiten wie Syphilis und Tuberkulose auch der Werteverfall der Gesellschaft und die vermehrte Kriminalität angehängt. Dem Absinth wurden visuelle und auditorische Halluzinationen unterstellt und ein erhöhtes Risiko für psychiatrische Erkrankungen. Wenn man dabei an Vincent van Gogh denkt, der sich in einem Absinthrausch das Ohr abgeschnitten haben soll, mag da etwas Wahres dran sein. Was aber allen voran eher am verwendeten minderwertigen Industriealkohol als an dem Thujongehalt des Absinthes gelegen haben wird. Nach einem tragischen Vorfall bei dem ein Mann seine gesamte Familie im Alkoholrausch umbrachte, wurde der Absinth schließlich 1905 in Frankreich verboten.

Er verschwand jedoch nicht gänzlich, sondern konnte sich im Untergrund behaupten und dort wurde sein Ruf als mystisches und inspirierendes Getränk gefestigt. In Deutschland wurde er dagegen erst 1923 verboten mit dem Absinthgesetz: „den als Absinth bekannten Trinkbranntwein, ihm ähnliche Erzeugnisse herzustellen, zum Verkaufe vorrätig zu halten, anzukündigen, zu verkaufen oder sonst in den Verkehr zu bringen .“ Dieses trat 1981 außer Kraft und dann dauerte es nicht mehr lang und der Absinth verbreitete sich zunehmend in den Bars und wurde von einer breiten Masse wohlwollend angenommen und konnte seinen Status als Kultgetränk erneuern.

1 Stern (sehr schlecht)2 Sterne (schlecht)3 Sterne (befriedigend)4 Sterne (gut)5 Sterne (sehr gut) (noch nicht bewertet)
Loading...Loading...



Weitere beliebte oder ähnliche Beiträge:

Dein Kommentar »